ram1Die Geschichte von Asha und Rinku ist eine Liebesgeschichte, die trotz aller Tragik so hoffnungsvoll erscheint: Rinku Ram, am 17.05.1989 in Punjab geboren, verliebte sich auf den ersten Blick in Asha, die am 11.03.1990 in Hanuman Garh, einem Ort in Rahasthan das Licht der Welt erblickte. Was Rinku Ram zu dem Zeitpunkt nicht wusste, ist, dass seine Angebetete seit ihrem 5. Lebensjahr bereits aufgrund einer unbehandelten Infektion blind ist. Er selbst leidet seit seinem ersten Lebensjahr an einer schweren, durch Polio verursachten Behinderung des linken Beins und der Hüfte und kann sich dadurch nur schwer mit Hilfe von Krücken fortbewegen. Seine ärmlichen Eltern und vier Geschwister waren strikt gegen eine Heirat der beiden Verliebten. Als die beiden allen Widrigkeiten zum Trotz vor sieben Jahren heirateten, brach die Familie von Rinku Ram den Kontakt zu ihm ab.

Das Paar fand in einem Zimmer bei Ashas Mutter Unterschlupf und erfüllte sich den Traum von 3 gesunden Kindern: Sohn Manav (geb. 05.06.2010), Tochter Taniya (geb.05.04.2012) und Tochter Shalo (geb 19.08.2014). Die Lebensbedingungen für eine Familie der unteren Kaste in Rajasthan sind schwierig, da die Arbeitsmöglichkeiten für die beiden, die nie eine Schulbildung erfahren durften, sehr eingeschränkt sind. Von einem Bekannten erfuhr Rinku Ram, dass es in Nepal mehr Möglichkeiten gäbe. Und so fuhr er nach Kathmandu, wo er lernte Schuhe zu reparieren und bot seine Dienste auf der Straße an um das Überleben seiner Familie zu sichern.

ram2Dort war es, wo wir uns kennenlernten. Er lächelte immer freundlich wenn wir uns auf der Straße begegneten und irgendwann kamen wir miteinander ins Gespräch, da er sich neben Nepalesisch auch ein einfaches Englisch beibrachte. Es faszinierte mich, dass ein von der Armut gezeichneter Mensch so lebensfroh, lernfreudig und offen war. Er erzählte mir, dass er einfach nur ein „guter Mensch“ sein wolle, der seine Familie beschützt und für sie da ist. 2014 gab er mir ein kleines Heft mit dem Titel „Honest Living“ (Ansichten einiger Philosphen, bedeutender Persönlichkeiten aus aller Welt, Religionen und verschiedenen Jahrhunderten) und ich vereinbarte mit ihm es beim nächsten Besuch im Jahr 2015 zurück zu bringen und mit ihm darüber diskutieren. Über einen befreundeten Kontakt gab er mir außerdem eine Emailverbindung.

Leider kam es nicht mehr zu dem Gespräch, denn am 25. April 2015 ereignete sich in Nepal ein schreckliches Erdbeben (über das wir bereits berichtet haben). Ich fürchtete nicht nur um die Schulkinder und ihre Familien, die wir in Nepal mit EINFACH MACHEN e.V. bereits unterstützten, sondern auch um Rinku, der nicht mehr auffindbar war. Nach einigen Wochen des Bangens, erfuhr ich durch den Email-Kontakt, den Rinku mir gab, dass er am Leben war. Das Wenige das er hatte, war allerdings verloren gegangen als er noch im Schock einen Weg aus Nepal heraus nach Rajasthan gefunden hatte. Seiner Familie war die Lebensgrundlage entzogen und Rinku machte sich Gedanken darüber, wie er nun für seine Familie sorgen könnte. Dann wurde in der Krise auch noch seine jüngste Tochter, mit einer schweren, langanhaltenden Lungenentzündung krank und ihm wurde klar, dass er zukünftig besser in Rajasthan bleibt um die Familie nicht nur finanziell, sondern auch mit seiner Anwesenheit zu unterstützen.

ram3Wir machten ihm Mut und der Vorstand von EINFACH MACHEN e.V. half spontan mit 300€ als Erdbebennothilfe aus um dann zu überprüfen wie man die Familie Asha und Rinku Ram langfristig unterstützen könnte. Das Geld kam in Rajasthan an, er versorgte seine Familie und konnte von dem Geld sogar noch seinen ältesten Sohn in eine Grundschule einschulen. Rinku ist es wichtig, dass es seine Kinder einmal besser haben sollten, als er.

EINFACH MACHEN e.V. fand durch Erzählungen im Freundeskreis spontan eine Familie, die eine Patenschaft von Rinkus Tochter Tanija üebrnahm. Somit finanzieren wir nun die Schule als Basis für eine bessere Zukunft.

Rinku verdient mittlerweile den Lebensunterhalt für seine Familie wieder in Kathmandu.

In der Mitgliederversammlung von EINFACH MACHEN e.V. im Oktober haben wir beschlossen, dass wir Rinku darin unterstützen möchten bei seiner Familie leben zu können und in Indien zu arbeiten. Die Kinder sollen, wie unsere Kinder auch, ein Recht auf eine Schulbildung haben.

Rinku selbst arbeitete an Lösungen und möchte sich als Händler von Textilien und Schuhen und deren Reparaturen in seiner Region selbständig machen.

EINFACH MACHEN e.V. möchte die Familie mit einem kleinen Fahrzeug dabei unterstützen, dass er seinen Verkaufsradius vergrößern und somit auch in Indien ein tragfähiges Einkommen in Indien haben kann. Die Investition für einen drei-bzw. vier-rädrigen Roller beläuft sich auf ca 65.000 Indische Rupies, ca. 850 €.

Für den Sohn Manav suchen wir beginnend ab März 2016 einen festen Paten/in, um pro Jahr 260€ für Schulgeld, Schuluniform, Schulmaterial und Transport zur Verfügung zu haben, so dass er weiterhin in die Schule gehen kann. Das indische Schuljahr geht von April bis März.

ram4Für die dritte Tocher Shalo ist es nach der langen Lungenentzündung wichtig wieder Kraft aufzubauen. Nachdem die Krankheit zu zusätzlichen finanziellen Belastungen geführt hat, sind bereits schon sehr geringe Spenden hilfreich um die Familie ausreichend mit gesunden Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse zu ernähren. Ein Kilo Äpfel kostet z.Zt. z.B. 150 Indische Rupien (ca. 2.05 Euro).

Rinku und Asha haben einen unglaublich starken Willen und möchten langfristig wieder aus eigener Kraft ihre Familie ernähren und für sich, in Indien, Sorgen können.

Ich selbst werde die Familie in Rajasthan noch im Februar 2016 besuchen, um die Situtation Vorort zu begutachten und mit der Schulleitung der Royal Bachpan School zu sprechen, so dass die Schulgelder direkt dorthin über das Vereinskonto von EINFACH MACHEN e.V. geschickt werden können.

Unser zweites Projekt insgesamt und das erste in Indien: EINFACH MACHEN e.V. möchte für die Familie Asha und Rinku Ram, ab sofort mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen.

Wir sind davon überzeugt, dass die Familie es mit ein wenig finanzieller Unterstützung und den Patenschaften für ihre Kinder langfristig alleine schaffen wird.

Gabriela, Goa, Indien Januar 2016

Wir freuen uns über Ihre Spenden an die Familie Asha und Rinku Ram! Bitte vermerkt auf dem Überweisungsträger und Spendenforumlar, dass Eure Spende an diese Familie gehen soll. Herzlichen Dank für Eure Unterstützung!

 

Update März 2017:

Im Februar 2016 konnten wir die Familie Ram in ihrem Zuhause in Rajasthan besuchen. Die beiden größeren Kinder besuchten dank der Unterstützung von Paten eine gute Schule und mit weiterer Hilfe haben wir Rinku, dem Vater den Kauf eines Rollers ermöglicht. Er hat einen kleinen Auslieferungsservice gestartet, damit er in der Nähe seiner Familie sein und sie Vorort versorgen konnte. Ebenfalls konnten wir der jüngsten Tochter Shalu helfen, eine gute Herzoperation zu bekommen, die sie nun normal leben läßt.

Das Zusammenleben in der Großfamilie im Haus der Mutter von Asha stellte sich als sehr schwierig dar. Man muss dazu das Kastensystem in Indien verstehen. Rinku als Gehbehinderter und Asha als Blinde befinden sich in der untersten Rangordnung (Aussetzige) und das leider auch in ihrer eigenen Familie. Rinku und Asha fühlten sich getreten und geschubst, Asha erkrankte an Depressionen und versuchte zweimal sich das Leben zu nehmen. Aus Verzweiflung und nach einer echten Lösung suchend, beschloss Rinku Indien ganz hinter sich zu lassen, um in Nepal einen kompletten Neuanfang, aber diesmal mit seiner kleinen Familie zu wagen. In Kathmandu, Nepal hatte er ja bereits die Erfahrungen gemacht, dass er dort als behinderter Straßenschuster respektiert ist und ein Einkommen, zum Überleben seiner Familie erwirtschaften kann.

In einer abenteuerlichen Reise per Zug und Bus von Rajasthan nach Nepal, was wir unglaublich mutig finden, ist die Familie Rinku Ram im November 2016 sicher in Kathmandu angekommen. Sie sind in in einem einfachen Zimmer, in einem Slum untergebracht, wo sich überwiegend arme, indischen Familien aufhalten. Wir (Gabriela im Oktober und November 2016 und Katja und Gabriela im März 2017) haben uns getroffen und er schämte sich, dass er aufgrund unserer Hilfe, es nicht in Indien geschafft hat. Ein zunächst trauriger, sorgenvoller Rinku, wie ich ihn nie zuvor erlebt hatte, saß da vor mir. Ich habe ihm gesagt, dass er in keiner Schuld gegenüber uns ist und dann haben wir erstmal neue Gehhilfen, warme Kleidung, Malutensilien und frisches Obst gekauft und gemeinsam überlegt wie es weitergeht.

familieram2017r die Kinder haben wir inzwischen eine gute Schule ganz in der Nähe des Slums gefunden, wo sie noch im März 2017 in unserem Beisein eingeschult wurden. Wir werden die Familie weiter begleiten und freuen uns, dass sie nach all den Strapazen nun endlich Frieden gefunden haben.

 

 

 

Update März 2018:

Die Kinder von der Familie Ram, Manav, Taniya und Shalu entwickeln sich prächtig, was uns der neue Direktor und die Lehrerinnen an der Lord’s Light Academy in Kathmandu, Freude strahlend, bestätigten. Sie werden im April 2018 in die nächste Klasse gehen können und wir haben das Schulgeld bereits für das Schuljahr 2018/2019 durch unsere Patenschaftsgelder einzahlen können.

Zu unserer Freude darf die jüngste Schwester, Shalu, als drittes Kind der Familie, kostenlos bereits in den Kindergarten der Schule gehen und wird dann wohl auch ihre Schullaufbahn dort verbringen dürfen.

Im letzten Jahr gab es aufgrund einer Lungenentzündung mit Krankenhausaufenthalt größere Einnahmeausfaelle bei dem Familienvater Rinku. Wir konnten durch einen Facebook Aufruf finanzielle Unterstuetzung und eine monatliche Dauerspende von 20 Euro zur Mietunterstützung bekommen. Das einfache Zimmer im Slum kostet unglaubliche 50 Euro im Monat und nun kann die Familie ein wenig aufatmen. Ebenfalls konnte der von uns finanzierte Roller in Indien verkauft werden und das Geld steht der Familie als Reserve fuer Krisenzeiten zur Verfügung.

Zur Zeit bemühen wir uns der Familie ein neues großes Bett und einen Metallschrank (wichtige Dinge können so vor ungebetenen Nagern ferngehalten werden) zu beschaffen. Das Bett haben wir schon und wartet auf seinen Transport und den Metallschrank organsisieren wir mit eurer Hilfe auch noch.

Die grossherzige Mutter Asha und Rinku haben beschlossen den 12jährigen Neffen, Manish aufzunehmen, der unter schwierigen Umständen aufwuchs und nun ein echtes Zuhause gefunden hat. Auch er geht nun auf die Lord’s Light Academy, was ihm ebenfalls ein ausländischer Sponsor ermöglicht. Hochachtung und Respekt vor der Leistung dieser beiden behinderten Menschen.

Wir freuen uns über die guten Nachrichten und wissen das Hilfe zur Selbsthilfe ein wichtger Prozess ist.